Ratko Mladić ist tot – Serbien ehrt einen verurteilten Kriegsverbrecher
Ratko Mladić, der wegen des Genozids von Srebrenica verurteilt wurde, ist gestorben. In Serbien wird über ein Staatsbegräbnis für den früheren General diskutiert. Der serbische Präsident Vucic äußert sich zurückhaltend zu dieser Frage.
Bias-Analyse
- So berichten die Seiten
Die linke Berichterstattung nutzt emotionale, verurteilende Sprache (»Schlächter«, »spucken auf die Gräber«) und stellt die geplante Ehrung als vollendete, definitive Entscheidung der Regierung dar. Die rechte Berichterstattung beschreibt das Begräbnis als »diskutiert« und betont Vucics Zurückhaltung, während sie erwähnt, dass die EU besorgt ist. Dadurch wird die Sache als noch nicht entschieden dargestellt und Vucic eine gewisse Distanz zu den Nationalisten zugestanden.
- Woran sich die Geister scheiden
Die linke Seite sieht in der geplanten Ehrung eine politische Entscheidung der Regierung selbst, die rechte Seite betont dagegen, dass dies eine Diskussion unter Nationalisten ist und der Präsident sich entzieht – zwei völlig unterschiedliche Bewertungen von Vucics Rolle.
- Worin sich alle einig sind
Beide Seiten berichten, dass in Serbien ein Staatsbegräbnis für Mladić zur Debatte steht, und beide erkennen an, dass Mladić ein verurteilter Kriegsverbrecher und Verantwortlicher für Srebrenica ist.