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Transparenz

So arbeitet Weitwinkel

Weitwinkel misst, wie unterschiedlich über dasselbe Ereignis berichtet wird. Damit das nachprüfbar ist, steht hier, woher jede Einordnung kommt — und was wir aussortieren, bevor etwas veröffentlicht wird.

Position im Spektrum

Jede Quelle wird auf zwei unabhängigen Achsen von −10 bis +10 eingeordnet: wirtschaftlich (links = Staat, Umverteilung ↔ rechts = Markt, Deregulierung) und gesellschaftlich (liberal ↔ konservativ). Zwei Achsen, weil sich die deutsche Medienlandschaft nicht auf eine Linie reduzieren lässt — eine Quelle kann wirtschaftlich links und gesellschaftlich konservativ sein.

Der farbige Balken zeigt daraus einen von drei Werten. Die Voreinstellung folgt der Wirtschaftsachse (≤ −2 links, −1…+1 mitte, ≥ +2 rechts), das Board kann sie mit schriftlicher Begründung überschreiben — etwa bei populistischen Titeln.


Startwerte aus der Medienbias-Forschung (ifo Institut, Uni Konstanz, Uni Göttingen), auf die Achsen übertragen — Stand 02.08.2026 tragen alle 31 Quellen eine so hergeleitete, vom Board freigegebene Bewertung. Jede Änderung ist versioniert: die Quellen-Seite zeigt den vollständigen Bewertungsverlauf und immer den aktuellen Stand.

8 links8 mitte15 rechts

Faktentreue

Faktentreue soll getrennt von der politischen Position bewertet werden — eine linke oder rechte Quelle kann sehr faktentreu sein, eine mittige unzuverlässig. Beides zu vermischen würde die Einordnung wertlos machen.

Bewertet wird nach vier Kriterien: Korrekturpraxis, Verwendung von Primärquellen, Trennung von Nachricht und Meinung, und die Bilanz externer Faktenchecks.

Hier stehen wir zu unserem eigenen Anspruch noch nicht. Anders als bei der Position (Medienbias-Forschung) und den Eigentümern (öffentliche Register) steht hinter der Faktentreue keine externe, nachprüfbare Quelle — sie ist bislang eine Einschätzung des Boards. Die Begründungen, die wir gespeichert haben, benennen zudem überwiegend die politische Ausrichtung einer Quelle und nicht ihre Faktentreue. Damit ist die Trennung, die dieser Abschnitt beschreibt, derzeit ein Ziel und keine erreichte Tatsache.


Stand 02.08.2026. Bis jede Einstufung einen eigenen, nachprüfbaren Beleg trägt, ist die Faktentreue die schwächste Angabe auf dieser Seite — lies sie entsprechend. Wir zeigen sie trotzdem, weil sie im Produkt sichtbar ist: eine Angabe zu verstecken, deren Schwäche wir kennen, wäre schlechter als sie zu benennen. Die Aufarbeitung ist offen und öffentlich nachlesbar in Issue #130.

StufeBedeutungQuellen
Sehr hochSorgfältige Belege, Korrekturpraxis7
HochVerlässlich, gelegentliche Ausrutscher15
GemischtZuspitzung, wiederholt Unbelegtes6
NiedrigHäufig falsch, keine Korrekturen3

Eigentümer

Weitwinkel zeigt keine Tatsachenbehauptung ohne nachprüfbaren Beleg. Das ist keine Absichtserklärung, sondern erzwungen: Ein Eigentümer- oder Gremien-Fakt ohne Quellen-URL kann gar nicht gespeichert werden. Wo nichts belegt ist, steht „noch nicht belegt“ — nie eine unbelegte Behauptung.

Belegt wird aus öffentlichen Registern: KEK / die Medienanstalten, IfM-Mediendatenbank, Handelsregister und Bundesanzeiger sowie dem Impressum. Für die 4 öffentlich-rechtlichen Häuser zeigen wir zusätzlich die Zusammensetzung der Aufsichtsgremien — staatsnah gegen gesellschaftlich, gemessen an der Ein-Drittel-Grenze des BVerfG-Urteils zum ZDF (2014).

Wie eine Story entsteht

Eine Story ist kein Artikel, sondern ein Ereignis: mehrere Artikel verschiedener Quellen über dasselbe Geschehen, per Ähnlichkeitsmaß zusammengeführt. Veröffentlicht wird nur, was mindestens zwei Quellen berichten — sonst gäbe es nichts zu vergleichen.

Von jedem Artikel speichern wir ausschließlich Überschrift, Zusammenfassung, Datum und Link — nie den Text. Die Rechte bleiben bei den Verlagen; jeder Verweis führt zum Original.

Toter Winkel

Ein Toter Winkel ist eine Story, über die eine Seite des Spektrums gar nicht berichtet — links oder rechts fehlt vollständig, während die andere Seite berichtet. Nicht als Vorwurf gemeint: Es ist die Beobachtung, dass ein Ereignis je nach Medienauswahl unsichtbar bleibt.

Themen & Storylines

Politikfelder folgen den Ausschüssen des Bundestages — damit ist die Liste nicht selbst gewählt, sondern extern verankert. Eine Storyline verbindet Storys zu einem fortlaufenden Geschehen.

Beides ist ein kontrolliertes Vokabular: Ein Sprachmodell schlägt neue Einträge vor, veröffentlicht werden sie erst nach Freigabe durch das Board. Vorschläge bleiben bis dahin unsichtbar.

Was wir wegwerfen

Filter laufen, bevor etwas veröffentlicht wird — ihr Ausschuss ist im Ergebnis per Konstruktion unsichtbar. Deshalb zählen wir ihn und zeigen ihn hier. Die wichtigste Zahl: 13.935 Ereignisse hatten nur eine einzige Quelle und wurden nie veröffentlicht.

Warum das die ehrlichste Zahl auf dieser Seite ist: „Jede veröffentlichte Story hat mindestens zwei Quellen“ ist eine Selbstverständlichkeit — sie misst den Filter, nicht die Wirklichkeit. Erst der Ausschuss zeigt, wie viel Berichterstattung von nur einem Haus getragen wird.


Summe aller bisherigen Läufe, Stand 02.08.2026. Die Konsole zeigt dieselben Zahlen pro Lauf.

  • 13.935Ereignisse mit nur einer Quelle
  • 9.504Artikel bereits erfasst
  • 3.142doppelte URLs
  • 604URLs über dem Limit
  • 530Artikel außerhalb des Zeitfensters
  • 526Storys unter der Relevanzschwelle

Regeln im Einsatz

Jeder Lauf hält fest, nach welchen Regeln er gearbeitet hat — ein älterer Lauf bleibt damit an seinen damaligen Regeln messbar, nicht an den heutigen.


Die Regeln des jüngsten Laufs, Stand 02.08.2026.

RegelAktuell
Methodik-VersionM1.0
Themen-VokabularT1.0
Mindestzahl Quellen je Story2
Ähnlichkeit fürs Zusammenführen0,62
Zeitfenster eines Ereignisses72 h
Relevanz-Untergrenze0,40

Wer entscheidet

Bewertungen sind strittig — deshalb entscheidet sie ein Board, nicht ein Modell. Vorschläge (aus Forschung, KI-Analyse oder vom Board selbst) sind erst nach Freigabe sichtbar; die vorherige Fassung wird nie überschrieben, sondern archiviert. Jede Bewertung und jede Zusammenfassung lässt sich melden — eine Meldung landet in der Prüfliste und ändert nie direkt die Daten.


Offen und hier ehrlich zu benennen: Wer das Board zum Start trägt, ist noch nicht besetzt.

Das Register: 31 QuellenAlle erfassten Quellen mit Position, Faktentreue, Eigentümern und — bei den Öffentlich-Rechtlichen — der Gremien-Zusammensetzung. Die Belege zu jeder Angabe stehen dort.