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Hessen weitet Abschiebungen nach Afghanistan aus – Regelhafte Rückführungen künftig auch für nicht vorbestrafte Ausreisepflichtige

Hessen kündigte an, künftig regelhafte Abschiebungen nach Afghanistan durchzuführen – nicht mehr nur für Straftäter, sondern auch für andere Ausreisepflichtige. Dies erfolgt nach neuen Vorgaben der Bundespolizei. Derzeit sind etwa ein Dutzend Afghanen in der Darmstädter Abschiebehaft untergebracht. Bundesinnenminister Dobrindt hatte zuvor angekündigt, Abschiebungen nach Afghanistan forcieren zu wollen.

Bias-Analyse

  • So berichten die Seiten

    Die linke Berichterstattung konzentriert sich sachlich auf die Maßnahme selbst. Eine mittlere Quelle verbindet die Ausweitung explizit mit einem vorausgegangenen Tötungsdelikt in Trier und erwähnt die Zusammenarbeit mit der Taliban, was einen Kontext von Sicherheitsbedenken schafft, den die anderen Quellen nicht herstellen. Die rechte Quelle gibt die Aussage des Innenministers unmittelbar wieder, ohne Kontext oder Bewertung hinzuzufügen.

  • Woran sich die Geister scheiden

    Die mittlere Quelle führt das Tötungsdelikt von Trier an und erwähnt die »Taliban« als Akteure der Umsetzung – ein kausaler und politischer Zusammenhang, den keine andere Quelle zieht. Sie verbindet damit eine Sicherheitskrise mit der Maßnahme, während links und rechts die Abschiebung als isolierte Handlung darstellen.

  • Worin sich alle einig sind

    Alle Quellen bestätigen, dass Hessen und der Bund künftig regelhafte Abschiebungen nach Afghanistan auch für nicht vorbestrafte Ausreisepflichtige durchführen wollen und dass dies auf neuen Bundesvorgaben basiert.

Quellen nach Spektrum

14 Artikel

Donnerstag, 23. Juli 2026

8 Artikel
Frankfurter Rundschau
Links

Neue Bundespolizei-Vorgabe: Sie vereinfacht Abschiebungen – Amnesty International reagiert

Abschiebungen nach Afghanistan sollen nicht mehr nur auf Straftäter oder Gefährder abzielen. Amnesty International beklagt „Widerspruch zu Verpflichtungen“.

Tagesschau (ARD)
Mitte

Abschiebungen nach Afghanistan bald nicht nur für Straftäter?

Seit dem Regierungswechsel wurden 173 Männer nach Afghanistan abgeschoben. Bald könnte es auch Afghanen treffen, die nicht straffällig geworden sind. Die Vorbereitungen dafür laufen. Von Claudia Kornmeier und Philipp Eckstein.

n-tv
Mitte

"Sie bangen um ihr Leben": Ausgeweitete Afghanistan-Abschiebungen lösen Kritik aus

Allein in dieser Legislaturperiode wurden bereits 173 Afghanen nach Afghanistan abgeschoben. Sie alle hatten einen Umstand gemeinsam: Sie waren zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten. Dass diese Bedingung bei Abschiebungen nun nicht mehr gelten soll, entsetzt Menschenrechtsorganisationen.

taz – die tageszeitung
Links

Kooperation mit Taliban: Ausweitung von Abschiebungen nach Afghanistan absehbar

Die Bundesregierung will auch Afghanen ohne Vorstrafen abschieben. Mit Taliban-Vertretern zu kooperieren ist für die deutschen Behörden inzwischen normal. mehr...

Die Zeit
Mitte

Migration: Afghanistan: Sachsen will neue Abschiebemöglichkeiten nutzen

Süddeutsche Zeitung
Links

Vorstoß aus Hessen: Abschiebungen nach Afghanistan ausweiten

Die Welt
Rechts

Einschränkungen aufgehoben – Deutschland weitet Abschiebungen nach Afghanistan aus

Der Bund hat nach Angaben des hessischen Innenministeriums den Weg für mehr Abschiebungen nach Afghanistan geebnet.

Frankfurter Rundschau
Links

Merz-Regierung senkt Hürden für Abschiebungen nach Afghanistan drastisch – scharfe Kritik folgt

Der Bund erleichtert Abschiebungen nach Afghanistan deutlich. Künftig können auch ausreisepflichtige Staatsangehörige ohne Vorstrafen betroffen sein.