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Toter Winkel Rechts

Gedenken an Terroranschläge der Rechtsextremen: Norwegen und München

Am 22. Juli 2011 tötete ein Rechtsextremist in Norwegen 77 Menschen – 69 auf der Insel Utøya bei einem Zeltlager der Sozialdemokraten und 8 durch eine Autobombe in Oslo. Am selben Datum fünf Jahre später erschoss ein rechtsextremer Attentäter am Olympia-Einkaufszentrum in München neun Menschen, darunter den 14-jährigen Can Leyla. Beide Anschläge werden anlässlich ihrer Jahrestage in Gedenkberichten aufgegriffen. Während die Behörden den München-Anschlag lange als unpolitischen Amoklauf einstuften, wird heute deutlich, dass es sich um einen terroristischen Akt mit klarem rechtsextremistischem Motiv handelte.

Bias-Analyse

  • So berichten die Seiten

    Die linke Berichterstattung zieht eine direktere Linie zwischen den historischen Anschlägen und der gegenwärtigen politischen Situation und warnt vor aktuellem Rechtsextremismus. Die mittige Berichterstattung konzentriert sich stärker auf Behördenversagen und institutionelle Verantwortung – insbesondere die »falsche Einordnung« des München-Anschlags – und auf die psychologischen Folgen für Überlebende und Angehörige. Beide Seiten verwenden ähnlich sachliche Sprache, unterscheiden sich aber darin, ob sie die Anschläge als Warnsignal für heute (links) oder als Fallbeispiel von Behördenfehler (mitte) deuten.

  • Woran sich die Geister scheiden

    Der entscheidende Unterschied liegt darin, ob die Anschläge primär als Symptom eines anhaltenden rechtsextremistischen Problems verstanden werden (linke Sicht) oder ob der Fokus auf der institutionellen Fehlerbearbeitung und dem Leid der Betroffenen liegt (mittige Sicht). Die linke Perspektive verbindet Gedenken mit politischer Mahnung; die mittige Perspektive trennt stärker zwischen historischer Aufarbeitung und gegenwärtiger Sicherheitsfrage.

  • Worin sich alle einig sind

    Alle berichtenden Seiten anerkennen, dass es sich bei den Anschlägen um Taten mit rechtsextremistischem Hintergrund handelt und nicht um unpolitische Amoktaten. Sie dokumentieren die Perspektiven von Überlebenden und Angehörigen und machen deutlich, dass die Folgen dieser Anschläge bis heute andauern.

Quellen nach Spektrum

6 Artikel

Mittwoch, 22. Juli 2026

6 Artikel
Frankfurter Rundschau
Links

„Schmerz lässt nicht nach“: Can ging zu McDonald’s am OEZ – und kehrte nie zu seinen Eltern zurück

Ein rechtsextremer Attentäter erschoss am 22. Juli 2016 am OEZ neun Menschen. Einer von ihnen war der 14-jährige Can Leyla. Ein Besuch bei seinen Eltern.

Tagesschau (ARD)
Mitte

Zehn Jahre nach OEZ-Anschlag: Hinterbliebene fühlen sich im Stich gelassen

Vor zehn Jahren tötete ein rechtsextremer Attentäter neun Menschen am Olympia-Einkaufszentrum in München. Behörden werteten die Tat lange als unpolitischen Amoklauf - mit Folgen für die Betroffenen. Von T. Marsen.

Deutschlandfunk
Mitte

Anschlag in München - Kein Amoklauf im OEZ

Am 22. Juli 2016 tötete ein junger Mann in München neun Menschen - lange war von einem Amoklauf die Rede. Es dauerte Jahre, bis niemand mehr ernsthaft bezweifelte: Das war eine falsche Einordnung, der Täter hatte ein klares Motiv. Nützel, Nikolaus

n-tv
Mitte

"Lauf um dein Leben": Als der Terror nach Utøya kam

Vor 15 Jahren tötete der Massenmörder Breivik 77 Menschen in Oslo und auf der Insel Utøya. Magnus Håkonsen entkam ihm knapp. Heute erzählt er von dem Kampf ums Überleben - und dem Trauma, das bleibt.

taz – die tageszeitung
Links

15 Jahre Attentat auf Utøya: Wie Norwegen an das Trauma erinnert

Am 22. Juli 2011 ermordete ein Rechtsextremist 69 Teilnehmende eines sozialdemokratischen Zeltlagers. 8 weitere Menschen starben durch eine Autobombe. mehr...

Frankfurter Rundschau
Links

FR-üh dran: Breiviks Terroranschläge jähren sich zum 15. Mal – wenn Erinnerung zur Pflicht wird

Norwegen gedenkt der 77 Opfer von Breiviks Terroranschlägen. Was das mit dem Erstarken des Rechtsextremismus heute zu tun hat, lesen Sie im FR-üh dran.